Bipolare Störung und das Immunsystem

Bipolare Störung betrifft mehr als nur Stimmungen. Es wird jetzt als Multisystem-Zustand mit schwerwiegenden Auswirkungen auf das Immunsystem angesehen.

Es ist seit langem bekannt, dass Komorbiditäten oder Zustände, die häufig bei Menschen mit Blutdruck auftreten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Fettleibigkeit und eine schlechte Reaktion auf pharmakologische Interventionen umfassen

Die Grenze der bipolaren Forschung ist jedoch das extrem hohe gleichzeitige Auftreten von Autoimmunerkrankungen bei Menschen mit Blutdruck. Einige Forscher vermuten sogar, dass BP selbst eine Autoimmunerkrankung ist.

Patienten mit Guillain-Barre-Syndrom, chronischer Krankheit und Autoimmunhepatitis weisen signifikant höhere Blutdruckraten auf als die Allgemeinbevölkerung. Menschen mit Lupus haben 6-mal häufiger einen Blutdruck und Menschen mit MS leiden 30-mal häufiger an Blutdruck.

Thyreoiditis spielt bei vielen Patienten eine Rolle bei der Blutdrucksenkung und ist stark vererbbar. Die Nachkommen von Menschen mit Thyreoiditis und Blutdruck erben häufig beide Zustände.

Das alte Modell, BP nur als psychiatrische Erkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln, die auf Stimmungsstabilisatoren und Psychotherapie anspricht, ist möglicherweise hoffnungslos veraltet. Die Zusammenhänge zwischen Blutdruck und körperlichen Erkrankungen, insbesondere Autoimmunerkrankungen, sind zu groß, um sie zu ignorieren.

Immunologen, Neurologen und andere Fachärzte sollten in jedem neuen Fall von BP sowie in jedem bestehenden und langfristigen Fall konsultiert werden.

Studien zeigen, dass die Zugabe einer entzündungshemmenden Behandlung zu Stimmungsstabilisatoren die Länge und Schwere depressiver Episoden signifikant reduzieren kann. Die Forschung zu diesen Therapien, die sich auf Manie und gemischte Zustände auswirken, wird derzeit erforscht.

Forscher untersuchen, wie sich ein so einfaches entzündungshemmendes Mittel wie Aspirin positiv auf Menschen mit Blutdruck auswirken kann.

Der wichtigste physikalische Faktor, den BP und Autoimmunerkrankungen gemeinsam haben, ist die Reaktion des Körpers auf Stress. Starker Stress führt häufig zu Stimmungsschwankungen und zu einem Anstieg der biochemischen Beiträge zur Entzündung.

Stressbewältigung sollte als primäre Font-Line-Therapie sowohl für BP- als auch für Autoimmunerkrankungen angesehen werden.

Da die Wissenschaft mehr über die Ursachen und Komorbiditäten von BP herausfindet, muss die Psychiatrie Schritt halten. Die Körpermedizin sollte stärker in den Vordergrund gerückt werden, die Behandlungen müssen auf die Immunologie ausgedehnt werden, und die Krankenversicherung sollte sich an physikalische Therapien sowie an traditionellere Psychopharmaka und Besuche anpassen, wenn Diagnosecodes für BP zu den Patientenakten hinzugefügt werden.

Quelle: https://www.karger.com/Article/Fulltext/356539